Kalkulation

Preise für Büroreinigung pro m² – so kalkulierst du die Unterhaltsreinigung

Firmenkund:innen fragen nach dem Monatspreis oder dem Preis pro Quadratmeter. So kommst du vom Stundensatz dorthin – ohne Zahlen aus dem Internet zu kopieren.

Redaktion reinigungsunternehmer.atZuletzt aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Illustration: Grundriss eines Büros mit Quadratmeter-Raster und Maßband
Illustration: Grundriss eines Büros mit Quadratmeter-Raster und Maßband
Inhalt
  1. Die Formel
  2. Rechenbeispiel 1: kleines Büro (alle Werte sind Annahmen)
  3. Rechenbeispiel 2: Arztpraxis (Annahmen)
  4. Wie stark der Leistungswert den Preis beeinflusst
  5. Leistungswerte realistisch bestimmen
  6. Was den Leistungswert senkt
  7. Sonderleistungen getrennt rechnen
  8. Typische Fehler
  9. Checkliste Preisberechnung
  10. Nachkalkulation nach acht Wochen – ein Beispiel
  11. So präsentierst du den Preis
  12. Häufige Fragen

Kurz gesagt: Monatspreis = (Fläche ÷ Leistung in m²/h) × Einsätze pro Monat × Stundensatz, plus Sonderleistungen. Der m²-Preis ergibt sich daraus geteilt durch die Fläche. Entscheidend ist ein realistischer Leistungswert je Raumart – aus der Besichtigung und den ersten Wochen, nicht aus Pauschaltabellen. Stand: Oktober 2026.

„Was kostet bei euch der Quadratmeter?“ – diese Frage hören wir als Reinigungsfirma in Wien fast in jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf das Objekt an. Ein Großraumbüro mit Teppich ist pro m² viel schneller gereinigt als eine Arztpraxis mit vielen kleinen Räumen und Sanitärbereichen. Wer einen Pauschalpreis pro m² nennt, ohne das Objekt gesehen zu haben, rät.

Die Formel

Stunden pro Einsatz = Σ (Fläche je Raumart ÷ Leistung je Raumart) + Rüstzeit

Monatspreis = Stunden pro Einsatz × Einsätze pro Monat × Stundensatz

m²-Preis pro Monat = Monatspreis ÷ Gesamtfläche

Die Einsätze pro Monat rechnest du mit 4,33 Wochen: 1× pro Woche = 4,33, 2× = 8,66, 3× = 12,99, 5× = 21,65 Einsätze.

Rechenbeispiel 1: kleines Büro (alle Werte sind Annahmen)

Raumart Fläche Leistung (Annahme) Stunden
Büros 300 m² 250 m²/h 1,20
Sanitär 30 m² 60 m²/h 0,50
Küche 20 m² 80 m²/h 0,25
Rüstzeit 0,25
Summe pro Einsatz 350 m² 2,20

Bei 2 Einsätzen pro Woche (8,66 pro Monat) und einem Stundensatz von 34,62 € netto aus unserem Stundensatz-Beispiel:

2,20 h × 8,66 × 34,62 € ≈ 659,58 € netto pro Monat → rund 1,88 € pro m² und Monat.

Mit den Löhnen ab 2027 (laut KV-Abschluss Unterhaltsreinigung 12,73 €; bitte aktuellen Text prüfen) steigt der Stundensatz im selben Rechenweg auf rund 35,56 € – der Monatspreis auf rund 677 € netto. Genau dafür brauchst du die Anpassungsklausel im Vertrag: Kollektivvertrag Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung einfach erklärt.

Das ist ein Rechenweg, keine Preisempfehlung. Deine Werte hängen von Lohn, Objekt und Leistungsverzeichnis ab.

Rechenbeispiel 2: Arztpraxis (Annahmen)

Raumart Fläche Leistung (Annahme) Stunden
Behandlungsräume 80 m² 100 m²/h 0,80
Wartebereich, Empfang 60 m² 150 m²/h 0,40
Sanitär 20 m² 50 m²/h 0,40
Rüstzeit 0,20
Summe pro Einsatz 160 m² 1,80

5 Einsätze pro Woche (21,65 pro Monat) × 1,80 h × 34,62 € ≈ 1.349 € netto pro Monat → rund 8,43 € pro m² und Monat.

Der m²-Preis ist hier mehr als viermal so hoch wie im Büro – weil öfter gereinigt wird und die Räume aufwendiger sind. Deshalb taugt ein „Marktpreis pro m²“ kaum als Vergleich.

Wie stark der Leistungswert den Preis beeinflusst

Für das Büro aus Beispiel 1 (300 m² Bürofläche), alles andere gleich:

Leistung Büros Stunden pro Einsatz Monatspreis netto
200 m²/h 2,50 ≈ 750 €
250 m²/h 2,20 ≈ 660 €
300 m²/h 2,00 ≈ 600 €

Schon 50 m²/h Unterschied verschieben den Preis um rund 10 %. Liegst du in der Praxis bei 200 statt 250 m²/h, arbeitest du jeden Monat rund 2,6 Stunden „gratis“ – und deine Mitarbeiterin macht Mehrarbeit mit Zuschlag: Arbeitszeit, Pausen und Aufzeichnungen in der Reinigung.

Leistungswerte realistisch bestimmen

  • Besichtigung mit Notizen zu Möblierung, Boden, Verschmutzung: Angebot für Unterhaltsreinigung schreiben – mit Leistungsverzeichnis
  • Ähnliche Objekte aus deinem Bestand als Vergleich heranziehen
  • Erste Wochen genau mitschreiben (Zeiterfassung pro Objekt)
  • Nach 4–8 Wochen nachkalkulieren und ggf. nachverhandeln oder das Leistungsverzeichnis anpassen

Was den Leistungswert senkt

  • Viele kleine Räume, Türen, Stufen
  • Hoher Möblierungsgrad, Kabel, Papier auf Tischen
  • Empfindliche Böden (Naturstein, geöltes Parkett)
  • Hohe Frequenz von Besucher:innen, Schmutzeintrag im Winter
  • Lange Wege zu Ausguss, Wasser und Müllraum
  • Reinigung während des Betriebs (Rücksicht, Unterbrechungen)

Sonderleistungen getrennt rechnen

Fenster, Grundreinigung, Teppichshampoonierung oder Bauendreinigung gehören nicht in die Monatspauschale, sondern in einen eigenen Preis. Sie haben andere Leistungswerte, andere Lohngruppen und andere Geräte: Unterhaltsreinigung, Grundreinigung, Sonderreinigung – Unterschiede und Kalkulation.

Typische Fehler

  • Pauschale Leistungswerte aus dem Internet übernehmen
  • Sanitär- und Küchenflächen wie Büros rechnen
  • Rüst- und Wegzeiten vergessen
  • Sonderleistungen (Fenster, Grundreinigung) in die Pauschale packen
  • Verbrauchsmaterial (Papier, Seife) ohne Regelung „mitliefern“
  • Keine Nachkalkulation nach den ersten Wochen

Checkliste Preisberechnung

  1. Flächen je Raumart aus Besichtigung oder Plan
  2. Leistungswert je Raumart (vorsichtig ansetzen)
  3. Rüstzeit pro Einsatz
  4. Einsätze pro Monat (Wochen × 4,33)
  5. Stundensatz aus eigener Kalkulation
  6. Zuschläge (Nacht, Sonntag) falls nötig
  7. Sonderleistungen separat
  8. Nach 4–8 Wochen Soll/Ist vergleichen

Nachkalkulation nach acht Wochen – ein Beispiel

Annahme: Für das Büro aus Beispiel 1 wurden 2,20 Stunden pro Einsatz kalkuliert. Die Zeiterfassung der ersten acht Wochen zeigt im Schnitt 2,55 Stunden.

Kalkuliert Tatsächlich
Stunden pro Einsatz 2,20 2,55
Stunden pro Monat 19,05 22,08
Kosten bei 34,62 €/h 659,58 € ≈ 764,40 €
Differenz pro Monat ≈ −105 €

Aufs Jahr gerechnet fehlen rund 1.260 €. Jetzt gibt es drei Wege: das Leistungsverzeichnis anpassen (z. B. Schreibtische nur noch einmal pro Woche), den Ablauf verbessern (Geräte, Tourplanung) oder mit der Kund:in über den Preis sprechen – mit den Zahlen der Zeiterfassung als Grundlage. Wer nicht nachkalkuliert, merkt das Problem erst beim Jahresabschluss.

So präsentierst du den Preis

Kund:innen verstehen einen Monatspreis besser als Leistungswerte. Bewährt hat sich:

  • Monatspauschale netto und brutto
  • kurze Zusammenfassung: Fläche, Einsätze pro Woche, enthaltene Bereiche
  • Sonderleistungen als eigene Positionen mit Preis
  • Hinweis auf die Anpassungsklausel bei KV-Erhöhung

Den kompletten Aufbau des Angebots zeigt Angebot für Unterhaltsreinigung schreiben – mit Leistungsverzeichnis.

Häufige Fragen

Was kostet Büroreinigung pro m²?

Das hängt vom Objekt, den Intervallen und deinem Stundensatz ab. Statt Marktpreisen zu folgen, rechne mit deinen Kosten – siehe oben.

Monatspreis oder m²-Preis anbieten?

Für Kund:innen ist der Monatspreis meist verständlicher. Der m²-Preis ist eine Vergleichsgröße.

Was tun, wenn die Kund:in einen niedrigeren Preis will?

Statt den Stundensatz zu senken, das Leistungsverzeichnis anpassen: weniger Einsätze, Bereiche mit geringerem Intervall, Schreibtische nur freigeräumt. So bleibt der Auftrag rentabel.

Wie oft sollte ich nachkalkulieren?

Nach den ersten 4–8 Wochen und danach mindestens einmal im Jahr – spätestens bei jeder KV-Erhöhung.

Wie gehe ich mit Urlaubszeiten der Kund:in um?

Bei einer Monatspauschale ist es üblich, sie auch in Monaten mit Betriebsurlaub weiterzuverrechnen, weil Personal und Planung bleiben. Wenn die Kund:in Ausfälle abziehen will, muss das im Vertrag geregelt und im Preis berücksichtigt sein.

Soll ich den Preis pro m² im Angebot angeben?

Wenn die Kund:in danach fragt, ja – als zusätzliche Information neben der Monatspauschale. Erkläre kurz, dass der m²-Preis vom Objekt und den Intervallen abhängt.

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