Ausstattung
Reinigungsgeräte und -mittel für den Start – die Grundausstattung
Gute Ausrüstung spart Zeit – und Zeit ist in der Reinigung Geld. Was du für die Unterhaltsreinigung wirklich brauchst und worauf du beim Kauf achtest.

Inhalt
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Kurz gesagt: Für die Unterhaltsreinigung brauchst du einen robusten Profi-Staubsauger, ein Mikrofaser-System mit Farbcodierung, ein Mopp-System, einen Reinigungswagen, eine Dosierhilfe und Arbeitsschutz. Eine Scheuersaugmaschine lohnt sich erst bei großen Hartbodenflächen. Kaufkriterien: Haltbarkeit, Service, Ersatzteile – und was dein Personal gut handhaben kann. Stand: Oktober 2026.
In unserer Reinigungsfirma in Wien haben wir gelernt: Billige Geräte sind teuer. Ein Haushaltsstaubsauger, der nach drei Monaten im Dauereinsatz ausfällt, kostet nicht nur ein neues Gerät, sondern auch Zeit, Ärger und im schlimmsten Fall einen nicht erledigten Einsatz. Gleichzeitig musst du am Anfang nicht alles kaufen – vieles kannst du mieten oder später nachrüsten.
Grundausstattung pro Reinigungsteam
| Ausstattung | Wofür | Kaufkriterien |
|---|---|---|
| Profi-Staubsauger | Teppich, Hartboden | Gewicht, Filter, Lautstärke, Ersatzteile |
| Mikrofasertücher mit Farbsystem | Oberflächen nach Bereich | Farben je Bereich (z. B. Sanitär, Küche, Büro), waschbar |
| Mopp-System | Hartböden | Flach- oder Feuchtwischsystem, Wechselbezüge |
| Reinigungswagen | Ordnung, kurze Wege | Platz für Material, Säcke, Mopps |
| Dosierhilfe | Richtige Konzentration | Einfach, nachvollziehbar |
| Arbeitsschutz | Handschuhe, ggf. Schutzbrille | Passend zu den Mitteln, Sicherheitsdatenblätter |
| Leiter/Tritt | Hochliegende Flächen | Geprüft, stabil, für den Einsatz geeignet |
| Warnschilder | Nasse Böden | Gut sichtbar, mehrsprachig bzw. mit Piktogramm |
Der Staubsauger
Für Büros ist ein Bodenstaubsauger für den Profi-Einsatz das wichtigste Gerät. Achte auf:
- Gewicht und Tragbarkeit – Stiegen und Lifte gehören zum Alltag
- Filter (je nach Objekt mit hoher Filterstufe, z. B. in Praxen)
- Lautstärke – wichtig, wenn während des Betriebs gereinigt wird
- Kabellänge und robuste Schläuche
- Ersatzteile und Service in deiner Nähe
Rückensauger sind in verwinkelten Objekten und auf Stiegen schneller, brauchen aber Einschulung. Akkugeräte sparen Kabelmanagement, haben aber begrenzte Laufzeit – prüfe, ob ein Akku für ein ganzes Objekt reicht.
Warum Farbsysteme?
Ein Farbsystem (eine Farbe pro Bereich) verhindert, dass Tücher aus dem Sanitärbereich in der Küche landen. Es ist leicht zu schulen – auch bei Sprachbarrieren. Ein verbreitetes Schema:
| Farbe | Bereich (Beispiel) |
|---|---|
| Rot | WC, Urinal |
| Gelb | Waschbecken, Fliesen im Sanitärbereich |
| Blau | Büro, Möbel, allgemeine Flächen |
| Grün | Küche, Lebensmittelbereich |
Wichtig ist nicht, welches Schema du nimmst, sondern dass es überall gleich ist und im Leistungsverzeichnis bzw. Hygieneplan steht.
Mopp-System
Für Hartböden hat sich in Büros das Flachmopp-System bewährt: vorgetränkte Bezüge, für jeden Raum ein frischer Mopp. Das ist hygienischer als ein Eimer für das ganze Stockwerk und spart Wasser und Mittel. Die Mopps werden gewaschen – plane Waschmaschine oder Wäscheservice ein.
Reinigungsmittel
Weniger ist mehr: ein Allzweckreiniger, ein Sanitärreiniger (sauer, für Kalk), ein Glasreiniger und Spezialmittel nach Bedarf. Halte Sicherheitsdatenblätter bereit, schule die richtige Dosierung und lagere Mittel getrennt und gekennzeichnet. Dosiersysteme (Pumpen, Kartuschen) senken den Verbrauch deutlich und verhindern, dass „Viel hilft viel“ deine Materialkosten verdoppelt.
Für empfindliche Oberflächen (Naturstein, Parkett, Edelstahl) gilt: erst Herstellerangaben prüfen, dann reinigen. Falsche Mittel sind ein häufiger Grund für Schäden – und für Diskussionen mit der Versicherung: Versicherung für Reinigungsfirmen – was du wirklich brauchst.
Maschinen: kaufen, mieten oder leasen?
Eine Scheuersaugmaschine lohnt sich bei großen Hartbodenflächen und regelmäßiger Nutzung. Für Grundreinigungen reicht am Anfang oft eine Einscheibenmaschine, die du mieten kannst. Faustregel: Kaufe, was du jede Woche brauchst; miete, was du ein paar Mal im Jahr brauchst.
Größenordnungen (Stand Oktober 2026, ohne Gewähr): Profi-Staubsauger meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Eurobereich, Reinigungswagen ähnlich, Scheuersaugmaschinen schnell im vier- bis fünfstelligen Bereich. Vergleiche Angebote und frag nach Vorführgeräten.
Rechenbeispiel (Annahme): Eine Scheuersaugmaschine um 6.000 € netto, Nutzungsdauer 5 Jahre, Einsatz 10 Stunden pro Woche (rund 450 Stunden im Jahr): Abschreibung allein rund 2,70 € pro Einsatzstunde, plus Wartung und Pads. Spart sie dir gegenüber dem Mopp eine Stunde Personalzeit pro Einsatz, rechnet sie sich schnell – sonst nicht.
Arbeitsschutz und Einschulung
- Handschuhe passend zu den Mitteln, ggf. Schutzbrille
- Sicherheitsdatenblätter griffbereit, Mittel nie umfüllen ohne Kennzeichnung
- Leitern nur geprüft und für die Tätigkeit geeignet; für Arbeiten in der Höhe gelten eigene Regeln – Sonderreinigung: Unterhaltsreinigung, Grundreinigung, Sonderreinigung – Unterschiede und Kalkulation
- Einschulung dokumentieren: Mitarbeiter:innen anmelden – Dienstgeberkonto, ELDA, Dienstzettel
In der Kalkulation
Material und Geräte gehören in den Stundensatz – als Pauschale je Stunde oder je Objekt: Stundensatz in der Reinigung kalkulieren – so rechnest du richtig. In unserem Rechenbeispiel setzen wir 1,50 € pro Stunde an; prüfe nach einigen Monaten deinen echten Wert.
Startbudget-Checkliste
- Profi-Staubsauger (je Team, plus Ersatzgerät)
- Reinigungswagen mit Mopphalter und Sackhalter
- Mikrofasertücher in 4 Farben, ausreichend für Waschzyklen
- Flachmopp-System mit Bezügen
- Reinigungsmittel-Grundsortiment, Dosierhilfe
- Handschuhe, Warnschilder, Tritt
- Waschmaschine oder Wäscheservice für Mopps und Tücher
- Lagerplatz und Transportmöglichkeit
Pflege und Wartung – damit die Geräte halten
- Staubsauger: Filter und Beutel regelmäßig wechseln, Kabel und Schlauch auf Schäden prüfen
- Mikrofaser: nach Herstellerangabe waschen, ohne Weichspüler, nach Farben getrennt
- Mopps: nach jedem Einsatz waschen, vollständig trocknen lassen
- Reinigungswagen: wöchentlich reinigen, Räder kontrollieren
- Maschinen: Wartungsintervalle einhalten, Pads und Bürsten rechtzeitig tauschen
Lege für jedes größere Gerät eine kurze Karte an: Kaufdatum, Seriennummer, Wartungen, Reparaturen. Das hilft bei Garantiefällen, bei der Versicherung und bei der Entscheidung, wann ein Ersatz günstiger ist als die nächste Reparatur.
Typische Fehler bei der Ausstattung
- Haushaltsgeräte im Dauereinsatz
- Zu viele verschiedene Reinigungsmittel
- Kein Farbsystem – Hygieneprobleme und Reklamationen
- Teure Maschine kaufen, bevor die Auslastung klar ist
- Keine Ersatzgeräte – ein Ausfall stoppt die ganze Tour
Häufige Fragen
Kaufen oder leasen?
Für teure Maschinen kann Leasing oder Miete sinnvoll sein, bis die Auslastung feststeht.
Welche Mittel braucht man wirklich?
Für die Unterhaltsreinigung genügen meist wenige Standardmittel; Spezialmittel nur für konkrete Anforderungen.
Wer stellt das Material – wir oder die Kund:in?
Üblich ist: Reinigungsmittel und Geräte stellst du, Verbrauchsmaterial (Papier, Seife) wird gesondert vereinbart. Halte es im Angebot fest: Angebot für Unterhaltsreinigung schreiben – mit Leistungsverzeichnis.
Braucht jedes Objekt eigene Geräte?
Bei großen Objekten mit täglicher Reinigung ja – ein fixer Geräteraum spart Transportzeit. Kleine Objekte werden meist mit mobiler Ausstattung betreut.
Wie viel Startbudget brauche ich für Geräte?
Für ein kleines Team mit Unterhaltsreinigung reicht oft ein niedriger vierstelliger Betrag für Staubsauger, Wagen, Mopp-System, Tücher und Mittel. Maschinen für Grundreinigung lassen sich anfangs mieten. Plane trotzdem eine Reserve für Ersatzgeräte ein.
Wie lagere ich Reinigungsmittel richtig?
In Originalgebinden, gekennzeichnet, getrennt nach Art (z. B. saure und alkalische Mittel nicht nebeneinander), unzugänglich für Unbefugte und mit Sicherheitsdatenblättern in der Nähe. Frag bei Kund:innen-Objekten nach einem versperrbaren Abstellraum.


